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Die Suche nach Gas

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Auch wenn man es nicht glauben mag, die Suche nach einer Erdgaslagerstätte kann sich wie eine Suche nach der Nadel im Heuhaufen gestalten. Denn Erdgas ist nicht sichtbar und gibt den Menschen keinen Hinweis, wo es zu finden ist. Das heißt, an der Erdoberfläche befinden sich keine typischen Merkmale, die bezeugen, dass sich unterirdisch ein Erdgasfeld befindet.
Wie gelangen wir aber an das Wissen, wo Erdgasfelder liegen, wie groß sie sind und in welcher Tiefe sie sich befinden? Alle diese Fragen können ausschließlich durch ein sehr aufwendiges Verfahren beantwortet werden, an welchem unterschiedliche Wissenschaftler und Forschergruppen beteiligt sind.

Wie wird Gas gefunden?


Der erste Schritt besteht darin, eine mögliche Erdgaslagerstätte zu finden. Dazu werden innerhalb einer abgegrenzten Region, die Abmessungen bestimmen die Wissenschaftler, in bestimmten Abständen Seismographen aufgestellt. Die Seismographen sind in der Lage, Erschütterungen der Erde zu erkennen, zu messen und zu lokalisieren. Die einzelnen seismographischen Messgeräte werden über kilometerlange Seile miteinander verbunden. Sie werden auf der Erdoberfläche ausgelegt und mit einem Messfahrzeug verbunden. Das heißt, die Seismographen geben die erhobenen Messwerte dann an das Messefahrzeug weiter. Anschließend wird ein kleines unterirdisches Erdbeben künstlich erzeugt, welches Schwingungen erzeugt, die dann wiederum von den Seismographen aufgenommen werden, um sie an das Messfahrzeug weiter zu leiten. Der erste Schritt ist getan.
Der zweite Schritt ist die Auswertung der erhobenen Daten. Auch dieser Vorgang erfordert einen hohen technischen Aufwand, denn die aufwändige Datenanalyse kann ausschließlich durch hochleistungsfähige Computer bewerkstelligt werden. Diese zeichnen aufgrund der Daten Karten des Erduntergrundes. Dann kommen erneut die Wissenschaftler ins Spiel. Geologen, Geophysiker, Petrophysiker sowie Lagerstätten-Ingenieure werten die Daten gemeinsam aus. Allerdings können sie nur sagen, ob in dem Gebiet Erfolg versprechende Bedingungen herrschen. Ob sich tatsächlich ein Erdgasfeld an der jeweiligen Stelle befindet, welche Menge Erdgas enthalten ist und ob die Förderung des Erdgases wirtschaftlich ist, kann erst anhand einer Bohrung sicher festgestellt werden. An dieser Stelle beginnt eine Gradwanderung. Denn zum einen fallen für eine Bohrung Kosten zwischen 7 und 12 Millionen Euro an, obwohl nicht sicher ist, ob ausreichend Erdgas vorhanden ist und zum anderen müssen immer neue Lagerstätten gefunden werden, da der Bedarf immer weiter ansteigt.


Bohrungen auf der Suche nach Gas


Die Kosten für eine Bohrung hängen auch von der Tiefe des Loches, welches gebohrt werden soll, ab. Die verschiedenen Bohrverfahren eignen sich für unterschiedliche Gegebenheiten. In der Regel wird das ‚Rotary-Verfahren‘ angewendet. Die Bohrstange wird durch einen elektrischen Dieselmotor betrieben. An ihrem Kopfende befindet sich ein Bohrmeißel, welcher sich durch die Rotationsbewegung durch das Gestein arbeitet. Allerdings ist ein derartiger Bohrmeißel nach einer bestimmten Zeit abgenutzt, er wird stumpf. Der Meißel wird dann abmontiert und ein anderer angebaut. Der Wechsel eines Meißels dauert zwischen 12 und 14 Stunden und ist, je nach Bohrtiefe und Gesteinsarten, bis zu 30 Mal je Bohrung notwendig.

Ein weiteres Bohrverfahren ist das ‚Turbinen-Verfahren‘. Bei diesem Verfahren befindet sich über dem Meißel eine Turbine, die hydraulisch angetrieben wird. Der Vorteil dieser Technik besteht darin, dass die Richtung in einer bestimmten Tiefe geändert werden kann. Aus diesem Grund wird dieses Verfahren oft bei Ortschaften oder Naturschutzgebieten angewendet.

Ein auf den Meereseinsatz begrenztes Bohrverfahren ist das ‚Horizontal-Bohr-Verfahren‘. Es ermöglicht ein schnelles und tiefes Eindringen in die Erdgaslagerstätte.

Gassuche meist sehr schwierig


Oftmals fallen die Kosten aufgrund der Lochgröße besonders hoch aus. Um der Kostenexplosion entgegen zu wirken wurde das ‚slim hole drilly‘ entwickelt. Das Bohrloch ist kleiner als bei anderen Bohrungen, wodurch sowohl der Zeit- als auch der Materialaufwand verringert werden können. Und doch bleibt jede Bohrung mit einem sehr hohen Aufwand verbunden. Denn jede einzelne Bohrung muss im Anschluss ausgewertet werden. Um dies zu ermöglichen, werden Sonden an einem Kabel in das Bohrloch eingelassen, welche die Messdaten, also die physikalischen Daten, an die Wissenschaftler weiterleiten. Ist kein Erdgasfeld vorhanden, werden das Bohrloch verfüllt und das gesamte Gelände in seinen Ursprungszustand zurückversetzt. Nur wenn Erdgas gefunden wurde, werden weitere Bohrungen durchgeführt, mit denen die Ausmaße des Feldes bestimmt werden sollen. Die Suche nach Erdgas ist demnach sehr kostenintensiv und zeitaufwändig.










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