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Mobil sein mit Gas

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Erdgas findet in vielen Bereichen Verwendung. Doch das größte Auf und Ab der Erdgasnutzung durchlebte wohl die Automobilbranche. In der Folgezeit der Industriellen Revolution kam das Automobil in Mode. Es war schnell, sicher, zuverlässig und die Menschen konnten sich erstmals vollkommen unabhängig bewegen. Der Siegeszug des Automobils begann. Die ersten Exemplare wurden mit Gas angetrieben. Im Jahr 1860 entwickelte der Franzose Etienne Lenoir die Idee, den Motor seines Autos mit Erdgas zu betreiben. Er nannte diese Erfindung die Gasmaschine und meldete et diese zum Patent an, welches zu einem späteren Zeitpunkt von dem Otto-Motor Erfinder Nikolaus August Otto erworben wurde.

Doch vorher schaffte es Lenoir, das erste gasbetriebene Auto zu fahren. Er legte eine Strecke von 15 Kilometern zurück und war damit der erste Mensch, der ein Automobil mit einem Kraftstoff auf Erdgasbasis fuhr. Im Jahr 1872 gründete Otto dann die erste deutsche Gasmotoren Fabrik, die Deutz AG. Grundlage der Gründung war die Verbesserung des durch Lenoir entwickelten Prinzips, welches Otto zur Fabrikreife brachte. Die ersten gasbetriebenen Autos konnten dann auch in Deutschland fahren.

Mobil mit Gas seit 1860



Die Erfindung kam bei den Autofahrern sehr gut an, so dass sich die Zahl der Autos, welche Gas als Kraftstoff nutzen, vervielfachte. In dieser Zeit diente aber nicht nur Erdgas als Treibstoff, weitere Gastypen wurden ebenso verwendet. Dazu gehörten unter anderem Biogas, Stadtgas, Koks- oder auch Holzgas. Die politischen Entwicklungen und die Entdeckungen immer neuer Erdgaslagerstätten ließen den Boom anhalten. Auch nachdem der Zweite Weltkrieg beendet war, bestand weiterhin Bedarf an Kraftfahrzeugen. Einen Höhepunkt erlebte die Automobilbranche in Italien.

Dort wurde eine Lagerstätte entdeckt und der italienische Markt der erdgasbetriebenen Fahrzeuge entwickelte sich immer weiter. Erst in den 1950er Jahren kam ein erster Umbruch. Aufgrund der großen Nachfrage stiegen die Kosten für Erdgas an, so dass sich die damals günstigeren Treibstoffe Diesel und Benzin etablieren konnten. Die Motoren wurden, vor allem in Deutschland, auf diese Treibstoffe umgestellt und verdrängten die Erdgasmotoren größtenteils vom Markt. Die gesamte Infrastruktur passte sich dieser Entwicklung an, so dass in den 1970er Jahren sowohl kaum noch Erdgasfahrzeuge noch Erdgastankstellen zu finden waren. Allerdings gingen nicht alle Länder so vor. Vor allem in Italien, Brasilien und Argentinien wurde an der alten Technik festgehalten.

Gasmobilität schafft neue Flexibilität im Verkehr



Im Jahr 1993 wurde dann, infolge der rapide steigenden Benzin- und Dieselpreise, der Erdgasmotor neu entdeckt. Mit den ersten neuen Modellen sind eng die Firmen BMW, Ford und Volvo verbunden. Bereits nach kurzer Zeit gingen die erdgasbetriebenen Autos erneut in die Serienproduktion und erfreuen sich bis heute einer stetig ansteigenden Beliebtheit. Doch welche Gründe führten zum Revival des Erdgases als Treibstoff? Zum einen war auch bei dieser Umwälzung die Kostenfrage ein treibender Akteur. Denn, im Gegensatz zu der früheren Zeit, steigen nun die Preise für Benzin und Diesel aufgrund der steigenden Ölpreise immer weiter an. Viele Autos werden auf Erdgasantrieb umgerüstet.

Die meisten umgerüsteten Modelle verfügen dann über zwei Antriebe, zwischen denen gewechselt werden kann. Dies spart Geld und Treibstoff. Außerdem rückt die Schonung der Umwelt stärker in den Vordergrund. Aufgrund des bisherigen Vorgehens ist sowohl die Umwelt als auch das Klima arg in Mitleidenschaft gezogen. Die Menschen müssen anfangen, ihre Ressourcen zu schonen. Da die benzin- und dieselbetriebenen Autos einen hohen Schadstoffausstoß haben, müssen diese umgerüstet werden. Der jeweilige Umbau ist mit zwischen 3200 und 4000 Euro zwar nicht ganz billig, rentiert sich jedoch schon nach einer kurzen Zeit.

Erdgasfahrzeuge befinden sich wieder auf dem Vormarsch, wodurch die Infrastruktur erneut angepasst werden muss. Das heißt, es werden wieder Erdgastankstellen gebaut und Erzeuger sowie Werkstätten müssen sich ebenfalls sukzessive auf Erdgasfahrzeuge umstellen.










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