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So fördert man Gas

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Bevor es zur Erdgasförderung kommen kann, muss zunächst sicher gestellt werden, dass auch wirklich ein Erdgasfeld in dem Gebiet, in welchem die Suche danach stattfindet, ist. Hat sich der Anfangsverdacht durch eine Probebohrung bestätigt und weitere Bohrungen belegen, dass es sich um ein wirtschaftlich rentables Erdgasfeld handelt, erst dann kann die Förderung beginnen. Die notwendigen Voraussetzungen sind bereits durch die Probebohrungen geschaffen.

Verfahren für die Erdgasförderung



Die ersten Arbeiten für die Erdgasförderung bestehen darin, den Bohrturm zu entfernen. Es werden keine weiteren Löcher in die Erde gebohrt, sondern die vorhandenen genutzt, um das Erdgas an die Oberfläche zu befördern. Zu diesem Zweck wird in das Bohrloch ein Rohr eingeführt, welches nicht bis auf den Grund der Erdgaslagerstätte reicht. Um unnötige Bewegungen zu verhindern, wird dieses Rohr festzementiert. Weiterhin wird ein Steigrohr in das eingeführte Rohr eingelassen, durch welches das Erdgas dann noch oben steigen kann.

Das Steigrohr hingegen, da es eine Art Hilfestellung für das aufsteigende Erdgas ist, bis auf den Untergrund reichen. Es muss also mit der Erdgaslagerstätte in Verbindung stehen. Um ein unnötiges vorzeitiges Entweichen des Erdgases zu vermeiden, wird der unterste Teil erst dann geöffnet, wenn das Rohr vollständig eingelassen ist. Erst dann wird in dem unteren Bereich eine Sprengung vorgenommen, welche das Rohr öffnet. Doch das ist nicht die einzige Sicherungsinstanz.

Hinzu kommen ein Ventil, welches unter der Erdoberfläche angebaut wird und dafür sorgen soll, dass das Gas nicht unkontrolliert entweicht sowie ein Eruptionskreuz über der Erde, welches mit weiteren Absperr-Vorrichtungen versehen ist. Auf diese Weise kann das Gas zwar sobald das Rohr geöffnet ist, nach oben steigen, allerdings nicht ungewollt entweichen. Denn der Druck zwischen den Gesteinsschichten ist dermaßen groß, so dass das Erdgas ausreichende Strömungseigenschaften aufweist, um ohne Hilfe bis an die Erdoberfläche zu steigen. Aufgrund der Strömungseigenschaften können ungefähr 75 Prozent des vorhandenen Gases gewonnen werden. Dann lässt der Druck nach und die Produktionsrate sinkt. An diesem Punkt angekommen, werden Verdichter installiert, welche die Strömungskraft künstlich erhöhen.

Wer kann Erdgas fördern?



Innerhalb eines Jahres werden ungefähr 2800 Milliarden m3 Erdgas gefördert. Die erdgasreichsten Länder sind Russland, die USA und Kanada. Diese sind auch die Hauptförderländer. Auch in Deutschland gibt es Erdgasvorkommen, doch diese sind weder sonderlich zahlreich noch besonders groß. Aus diesem Grundlandet Deutschland im internationalen Vergleich der Erdgasförderer auf dem 28 Platz. Eine derartige Fördermenge bringt natürlich auch Schwierigkeiten mit sich.

Denn 2800 m3 Erdgas müssen erst einmal an die Oberfläche gebracht werden. Um die Produktionsraten zu erhöhen, werden zusätzlich zu den normalen Bohrungen Horizontalbohrungen durchgeführt. Diese führen zu Rissen innerhalb der Gesteinsschicht, die eine Länge von bis zu 100 Metern haben können. Damit sich diese nicht wieder schließen, werden sie mit einem speziellen Sand gefüllt. Dieses Verfahren zur Erdgasförderung heißt ‚Frac-Verfahren‘ und dient der Schaffung künstlicher Wege für das Gas, die wiederum die Fließbedingungen verbessern.

Erdgas fördern – Schwieriges Unterfangen



Was passiert jedoch, wenn das Erdgas an die Oberfläche steigt? Es wird zunächst in Trocknungsanlagen behandelt. Dieser Vorgang ist notwendig, denn in dem Erdgas sind zusätzlich Lagerstätten-Wasser, flüssige Kohlenwasserstoffe sowie Feststoffe enthalten, die abgetrennt werden müssen. Der weiterhin enthaltene Wasserstoff wird unter der Zugabe von Glykol entzogen. Erdgas ist allerdings nicht Erdgas. Erdgas aus verschiedenen Lagerstätten benötigt unterschiedliche Behandlungen der Reinigung. Beispielsweise gilt Erdgas, welches ursprünglich aus Zechstein gefördert wurde, als ein saures Gas.

Denn es enthält zu den anderen Bestandteilen Schwefelwasserstoff, der aufgrund seiner Gefährlichkeit unbedingt entzogen werden muss, bevor das Gas an die Verbraucher gelangt. Dazu dienen spezielle Aufbereitungsanlagen, die zusätzlich gegen den Austritt des Gases gesichert sind. Durch die Anwendung chemisch-physikalischer Waschprozesse wird der Schwefelwasserstoff entfernt. Erst dann hat das Erdgas die notwendige Qualität, um weitertransportiert zu werden. Als süßes Gas wird Erdgas bezeichnet, welches keinen Schwefelwasserstoff enthält. Diese Form des Erdgases benötigt keine weitere Aufbereitung. Die Offshore-Förderung, bei welcher Erdgas aus dem Meeresboden gewonnen wird, ist aufwendiger als die herkömmliche Methode. Benötigt werden dafür Bohrinseln, die tief im Meeresboden verankert werden müssen, um den Naturgewalten standhalten zu können.










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